Ankommen
Die Eingewöhnung im Bienenstock
Angelehnt an das Berliner Eingewöhnungsmodell, in fünf Schritten und im Tempo Ihres Kindes. Trennungen werden nie heimlich gemacht.
Die Eingewöhnung orientiert sich fachlich am Berliner Eingewöhnungsmodell und dauert im Durchschnitt zwei bis drei Wochen. Weil jedes Kind sein eigenes Tempo hat, passen wir diese Zeit an die Persönlichkeit und die Bedürfnisse Ihres Kindes an. Begleitet wird der Prozess von einem Elternteil oder einer festen Bezugsperson.
Vorab findet ein ausführliches persönliches Gespräch statt, in dem wir Abläufe, Sorgen, Erwartungen und Wünsche besprechen.
Die fünf Schritte
Die sichere Basis · etwa 1 Stunde
Ihr Kind bestimmt das Tempo der Annäherung selbst. Ich gestalte den Raum mit gezielten Spielangeboten einladend. Erkundet Ihr Kind den Raum eigenständig, bleiben Sie passiv im Hintergrund und sind der sichere Hafen. Eine positive Haltung Ihrerseits mir gegenüber signalisiert dem Kind die Erlaubnis, sich langsam zu lösen.
Erste Übernahmen im Beisein · etwa 1,5 Stunden
Sie übernehmen in meinem Beisein und in Zusammenarbeit mit mir Pflege und Versorgung, also Wickeln, Füttern oder das Einleiten der Ruhephase. Das wiederholen wir so oft, bis Ihr Kind durch sein Verhalten zeigt, dass ich diese Aufgaben in Ihrem Beisein übernehmen darf.
Aktive Übernahme unter Aufsicht · etwa 1,5 Stunden
Ich übernehme Pflege und Spiel nun aktiv. Sie sind weiterhin im Raum, ziehen sich aber zunehmend in den Hintergrund zurück.
Die erste gezielte Trennung · etwa 1,5 Stunden Aufenthalt
Frühestens nach einer Woche stabiler Vorarbeit verabschieden Sie sich klar von Ihrem Kind und verlassen den Raum für eine bis fünf Minuten. Trennungen werden niemals heimlich durchgeführt. Sie bleiben in der Nähe erreichbar.
Erweiterung und Stabilisierung · etwa 2 Stunden
Die Trennungszeit wird schrittweise auf ein bis zwei Stunden ausgedehnt. Ich übernehme in dieser Zeit alle Aufgaben im Alltag, auch das feinfühlige Schlafenlegen.
Drei Grundsätze im ganzen Prozess
- Ankündigung: Jede Trennung wird dem Kind vorher angekündigt. Heimliches Verschwinden verletzt das Vertrauen.
- Wochenendregel: Schritt 5 folgt nie direkt auf ein Wochenende oder eine längere intensive Zeit mit den Eltern.
- Tagesabschluss: Kommen Sie nach der verabredeten Trennungszeit zurück, endet die Betreuung für diesen Tag sofort. So bleibt das Wiedersehen ein positives Erlebnis.
Abgeschlossen ist die Eingewöhnung, wenn Ihr Kind eine vertrauensvolle Bindung zu mir aufgebaut hat. Der Erfolg zeigt sich daran, dass es sich bei Kummer von mir trösten lässt und mich als feste Bezugsperson akzeptiert.
Abschiedstränen sind kein Rückschritt
Kinder unter drei reagieren sehr unterschiedlich auf Trennungen. Manche lösen sich leicht, andere brauchen mehrere Wochen. Auch lange nach einer erfolgreichen Eingewöhnung kann es bei Entwicklungsschüben, nach Urlauben oder Krankheiten wieder zu Tränen kommen. Das ist kein Rückschritt, sondern ein natürlicher Ausdruck einer gesunden Bindung.
Eine starre „Bilderbuch-Eingewöhnung“ entspricht selten der Realität. Am ersten Tag geht es nur ums gemeinsame Ankommen und Beobachten. Die nächsten Schritte planen wir täglich individuell. Auch bei späteren Trennungsschwierigkeiten bleiben wir im engen Austausch.
Übergang in den Kindergarten
Damit der Wechsel in den Kindergarten gelingt, greifen wir das Thema frühzeitig durch Vorlesen und Rollenspiele auf. Nach Möglichkeit besuchen wir gemeinsam das ortsansässige Familienzentrum St. Lambertus, den Kindergarten in Dremmen.
- Stundenreduzierung: Nach Absprache lassen sich die Betreuungsstunden zum Ende hin schrittweise reduzieren.
- Erinnerungsbuch: Die Kinder gestalten mit Ihnen zu Hause freiwillig eine Seite in unserem Erinnerungsbuch.
- Abschiedsfeier: Am letzten Betreuungstag wird gefeiert, und Sie bekommen das gestaltete Portfolio ausgehändigt. Abschlussfahrt oder Gruppenfotos gibt es nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung.